Ivan Blatný

Dichter, Sohn des Schriftstellers Lev Blatný (1894–1930). Er wurde in Brünn geboren und verbrachte hier den ersten Teil seines Lebens, bevor er 1948 in das Exil...

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František Halas

Der Dichter, Übersetzer und Publizist wurde in Brünn geboren und verbrachte hier auch seine Kindheit und Jugend. In der Brünner Buchhandlung A ging er in die Lehre....

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Oldřich Mikulášek

Dichter und Publizist. In Brünn lebte er von 1937 bis zu seinem Tod, zuletzt wohnte er in der Straße Mášova. Er war mit einigen Brünner Kulturinstitutionen verbunden...

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Jaroslav Seifert

Dichter, Publizist, Erinnerungsautor. Erster und bisher einziger tschechischer Literaturnobelpreisträger. Mit seinen Versen erlangte er bei seinen Lesern anhaltende...

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Jan Skácel

Dichter, Prosaist, Redakteur und Übersetzer. In Brünn verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens und war mit einigen Brünner Kulturinstitutionen verbunden (mit...

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Vít Slíva

Dichter und Mittelschullehrer. Mit Brünn ist er seit seinem Hochschulstudium verbunden. Mit einer kurzen Unterbrechung lebt er bis heute in der Straße Poděbradova....

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Brno (Brünn)

Dichter (in alphabetischer Reihenfolge)

Jaroslav Seifert

1901  –  1986

Dichter, Publizist, Erinnerungsautor. Erster und bisher einziger tschechischer Literaturnobelpreisträger. Mit seinen Versen erlangte er bei seinen Lesern anhaltende Beliebtheit – und auch bei jenen, die sonst weniger oft den Weg zur Poesie finden. Daneben gewann Jaroslav Seifert Respekt als Mann des öffentlichen Lebens, der es in schweren Zeiten seiner Nation verstand, zu reden und zu handeln, u. a. als Vorsitzender des Schriftstellerverbandes nach der sowjetischen Okkupation oder als Unterzeichner der Charta 77. Der vornehme Prag-Dichter erinnerte sich zeit seines Lebens auch an seinen kurzen Aufenthalt in Brünn in den 1920er Jahren, wo er als Redakteur der Tageszeitung Rovnost tätig gewesen war und sich mit Jiří Mahen und anderen dichterischen Zeitgenossen angefreundet hatte, wie wir in den Gedichten „Věř, za nic bychom nestáli“ (Glaube mir, wir wären nichts wert) und „Na juliánovských lukách...“ (Auf den Wiesen von Juliendorf) nachlesen können.

 

Der Dichter und die Orte seiner/ihrer Gedichte

Juliánov (Julienfeld) Koliště (Glacis)


Das Gedicht und der Ort



Auf den Wiesen von Julienfeld...

Auf den Wiesen von Julienfeld
Lagen wir einst, es war schon am Abend,
Als die Stadt schon in Dunkelheit fiel
Und in einem blinden Arm der Zwitta
Begannen die Frösche zu weinen.

Einmal kam eine junge Zigeunerin.
Ihre Bluse war nur halb zugeknöpft
Und las aus den Händen.
Zu Halas sagte sie
                Du wirst keine fünfzig Jahre werden.
Zu Artuš Černík dann:
             Kurz überlebst du sie.
Ich wollt´ keine Weissagung.
Mir war angst.

Sie nahm meine Hand mit Gewalt
Und rasend vor Zorn schrie sie:
           Du lebst lange Zeit!
Und es klang wie eine Drohung!


                                           übertragen von Volker Losseff



Seifert, Jaroslav: Čas plný písní (Zeit voller Lieder), hrsg. von  Rudolf Havel, Praha: Odeon 1990, s. 41.     



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