Ivan Blatný

Dichter, Sohn des Schriftstellers Lev Blatný (1894–1930). Er wurde in Brünn geboren und verbrachte hier den ersten Teil seines Lebens, bevor er 1948 in das Exil...

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František Halas

Der Dichter, Übersetzer und Publizist wurde in Brünn geboren und verbrachte hier auch seine Kindheit und Jugend. In der Brünner Buchhandlung A ging er in die Lehre....

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Oldřich Mikulášek

Dichter und Publizist. In Brünn lebte er von 1937 bis zu seinem Tod, zuletzt wohnte er in der Straße Mášova. Er war mit einigen Brünner Kulturinstitutionen verbunden...

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Jaroslav Seifert

Dichter, Publizist, Erinnerungsautor. Erster und bisher einziger tschechischer Literaturnobelpreisträger. Mit seinen Versen erlangte er bei seinen Lesern anhaltende...

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Jan Skácel

Dichter, Prosaist, Redakteur und Übersetzer. In Brünn verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens und war mit einigen Brünner Kulturinstitutionen verbunden (mit...

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Vít Slíva

Dichter und Mittelschullehrer. Mit Brünn ist er seit seinem Hochschulstudium verbunden. Mit einer kurzen Unterbrechung lebt er bis heute in der Straße Poděbradova....

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Obřany (Oberseß)

Der Ort und seine Dichter


Ivan Blatný

Orte (in alphabetischer Reihenfolge)

Dichter (in alphabetischer Reihenfolge)

Ivan Blatný

1919  –  1990

Dichter, Sohn des Schriftstellers Lev Blatný (1894–1930). Er wurde in Brünn geboren und verbrachte hier den ersten Teil seines Lebens, bevor er 1948 in das Exil floh. Er wohnte in einem Haus am Platz Obilní trh (Getreidemarkt), wo er häufig die Dichter seiner Generation aufnahm, die das Haus liebevoll „Hotel Blatný“ nannten. Einige Jahre arbeitete er in dem Optikergeschäft der Familie in der Straße Česká (Tschechische Gasse). Er debütierte 1940. Mit Brünn ist er auch durch sein Werk verbunden; der Stadt widmete er seine gesamte Gedichtsammlung (Melancholické procházky, 1941; Melancholische Spaziergänge). Die Verse dieser Anthologie wurden schließlich legendär und präsentieren nicht nur einen großen Hymnus auf die Stadt, sondern nicht selten auch deren Entdeckung als „dichterische“ Stadt. Während seines Exils hatte er mehrere Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken, aber fast die ganze Zeit hindurch schrieb er seine Verse auf lose Blätter und in Schreibhefte. Wiederentdeckt wurde er 1979 (Stará bydliště; Alte Wohnorte). Im Jahre 1991 wurden seine sterblichen Überreste nach Brünn auf den Zentralfriedhof umgebettet.



Das Gedicht und der Ort



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Wie weich kann die Linie der Stromleitung sein!
Oberseß! Einst gab es noch Weinberge hier oben.
Oh wirklich, noch jetzt atme ich den Duft der Korken,
eingetaucht in Wein. Ich atme den Weinberg ein.


                                                  übertragen von Volker Losseff



Blatný, Ivan: Melancholické procházky (Melancholische Spaziergänge) [1941], in: Verše 1933–1953 (Verse 1933-1953), hrsg. von Rudolf Havel, Brno: Atlantis 1995, s. 93.



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