Ivan Blatný

Dichter, Sohn des Schriftstellers Lev Blatný (1894–1930). Er wurde in Brünn geboren und verbrachte hier den ersten Teil seines Lebens, bevor er 1948 in das Exil...

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František Halas

Der Dichter, Übersetzer und Publizist wurde in Brünn geboren und verbrachte hier auch seine Kindheit und Jugend. In der Brünner Buchhandlung A ging er in die Lehre....

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Oldřich Mikulášek

Dichter und Publizist. In Brünn lebte er von 1937 bis zu seinem Tod, zuletzt wohnte er in der Straße Mášova. Er war mit einigen Brünner Kulturinstitutionen verbunden...

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Jaroslav Seifert

Dichter, Publizist, Erinnerungsautor. Erster und bisher einziger tschechischer Literaturnobelpreisträger. Mit seinen Versen erlangte er bei seinen Lesern anhaltende...

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Jan Skácel

Dichter, Prosaist, Redakteur und Übersetzer. In Brünn verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens und war mit einigen Brünner Kulturinstitutionen verbunden (mit...

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Vít Slíva

Dichter und Mittelschullehrer. Mit Brünn ist er seit seinem Hochschulstudium verbunden. Mit einer kurzen Unterbrechung lebt er bis heute in der Straße Poděbradova....

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Brno (Brünn)

Dichter (in alphabetischer Reihenfolge)

J. H. Krchovský

1960

Mit bürgerlichem Namen Jiří Hásek, Dichter und Musiker. Mit Brünn verbinden ihn seine Ferienaufenthalte in der Kindheit bei seinen Großeltern im Stadtteil Komín, wobei er deren kleines Haus ab den 1990er Jahren zu seinem Wohnsitz machte. Seine Aufenthalte in Brünn wechseln seitdem mit denen in Prag, wo er geboren und aufgewachsen ist und wo sich – insbesondere im dortigen Underground-Milieu – seine Persönlichkeit formte. Er gehört zu den tschechischen Kult-Dichtern seiner Generation, und das vor allem wegen seines ersten offiziell herausgegebenen Buches Noci, po nichž nevychází ráno (1991; Die Nacht, nach der kein Morgen kommt), was in Wirklichkeit eine Auswahl seiner zuvor im Selbstverlag erschienenen Gedichtsammlungen ist. Seit dieser Zeit hat er einige weitere Anthologien veröffentlicht. In letzter Zeit spielt er als Musiker auch in der Krch-off-Band.



Das Gedicht und der Ort



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So allein... Im Garten „An der Piave“

meinem schicksalhaften – von klein auf
ging ich hier mit meinem Opa schon ... Gerade!
im Anfang nimmt das Ende seinen Lauf

Es nieselt... Verborgen im milden Abendlicht
blicke ich von Bord zurück
der Fluss folgt seiner Richtung nicht
alles in Ordnung – alles verrückt...

Früher floss dieser Fluss so traulich
jetzt ist er reißend, voll Leben
auf dem Gewässer lässt die Weide traurig
gebrochen ihre Zweige schweben

Regen fällt auf mich, kräuselt die Flut
(alles, wie´s sein soll, alles verstellt)
weiter fließt der Fluss meiner Geburt
meine Schwarza, Ende der Welt!

Kein Kellner kommt... Ich warte bis halb
und gehe und hol´ mir ein weiteres Bier
… nach allem ist dies mein letzter Halt
nur Wasser serviert der Herrgott hier

… Allein auf der leeren Arche der Irren,         
hocke ich im Cape von Regen umringt
allein auf der Welt, allein in der Rolle des Irren
allein auf dem Schiff, das sinkt


(Brünn, Oktober 2001)


                                                    übertragen von Volker Losseff

 


Krchovský, J. H.: Poslední list (Letztes Blatt) [2003], in: idem: Básně sebrané (Gesammelte Gedichte), Brno: Host 2010, s. 270–271.



Kontakte



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Michal Fránek  -   franek@ucl.cas.cz

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