Ivan Blatný

Dichter, Sohn des Schriftstellers Lev Blatný (1894–1930). Er wurde in Brünn geboren und verbrachte hier den ersten Teil seines Lebens, bevor er 1948 in das Exil...

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František Halas

Der Dichter, Übersetzer und Publizist wurde in Brünn geboren und verbrachte hier auch seine Kindheit und Jugend. In der Brünner Buchhandlung A ging er in die Lehre....

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Oldřich Mikulášek

Dichter und Publizist. In Brünn lebte er von 1937 bis zu seinem Tod, zuletzt wohnte er in der Straße Mášova. Er war mit einigen Brünner Kulturinstitutionen verbunden...

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Jaroslav Seifert

Dichter, Publizist, Erinnerungsautor. Erster und bisher einziger tschechischer Literaturnobelpreisträger. Mit seinen Versen erlangte er bei seinen Lesern anhaltende...

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Jan Skácel

Dichter, Prosaist, Redakteur und Übersetzer. In Brünn verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens und war mit einigen Brünner Kulturinstitutionen verbunden (mit...

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Vít Slíva

Dichter und Mittelschullehrer. Mit Brünn ist er seit seinem Hochschulstudium verbunden. Mit einer kurzen Unterbrechung lebt er bis heute in der Straße Poděbradova....

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Brno (Brünn)

Orte (in alphabetischer Reihenfolge)

Dichter (in alphabetischer Reihenfolge)

Petr Hrbáč

1958

Dichter, Prosaist und Publizist. Der gebürtige Brünner besuchte hier das Gymnasium am Platz Slovanské náměstí und studierte schließlich an der Medizinischen Fakultät. Er lebt und arbeitet in Brünn, zu Hause ist er im Stadtteil Královo Pole. 1966 debütierte er mit der Gedichtsammlung Studna potopeného srdce (Brunnen des versunkenen Herzens). Seit der Zeit sind einige weitere Bücher, Poesie ebenso wie Prosa, erschienen. Als Rezensent war er ebenfalls tätig. Er ist ein leidenschaftlicher Botaniker, was sich auch in seinem Werk widerspiegelt; außerdem ist er ein experimentierfreudiger (auf digitale Musik spezialisierter) Musiker und Performer.

Der Dichter und die Orte seiner/ihrer Gedichte

Brno (Brünn)


Das Gedicht und der Ort



Brünner Kanäle

Manchmal wünschst du dir – in so einem Moment begannen Kriege –
dass ein mächtiger und reinigender Bach
die schmutzige Straße entlang fließt,
an deren Ende die Kirche
die Vögel aus Kreide versteigert.
Sie sind blind, breit geschlagen,
und bröseln in Schnäbeln
den Schüttelfrost des lausigen Balkongemeißelten.
Kälte tut den Knöcheln gut,
vom unteren Knochen gelaufenes Blut
ist dem Schlächter ein besinnungsloser Festschmaus,
Brünn war dereinst allzu deutsch,
und die Gestapo hatte hier beste Ergebnisse
und nicht nur diese...
Geben wir dem Untergrund Anlass
zu sprudelnder Bewässerung.
Sogar auch die Anmut will furzen.


                                                         übertragen von Volker Losseff

 


Hrbáč, Petr: Podzemní hvězda (Unterirdischer Stern), Brno: Petrov 1998, s. 91.



Kontakte



Jiří Trávníček  -   travnicek@ucl.cas.cz
Michal Fránek  -   franek@ucl.cas.cz

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