Ivan Blatný

Dichter, Sohn des Schriftstellers Lev Blatný (1894–1930). Er wurde in Brünn geboren und verbrachte hier den ersten Teil seines Lebens, bevor er 1948 in das Exil...

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František Halas

Der Dichter, Übersetzer und Publizist wurde in Brünn geboren und verbrachte hier auch seine Kindheit und Jugend. In der Brünner Buchhandlung A ging er in die Lehre....

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Oldřich Mikulášek

Dichter und Publizist. In Brünn lebte er von 1937 bis zu seinem Tod, zuletzt wohnte er in der Straße Mášova. Er war mit einigen Brünner Kulturinstitutionen verbunden...

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Jaroslav Seifert

Dichter, Publizist, Erinnerungsautor. Erster und bisher einziger tschechischer Literaturnobelpreisträger. Mit seinen Versen erlangte er bei seinen Lesern anhaltende...

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Jan Skácel

Dichter, Prosaist, Redakteur und Übersetzer. In Brünn verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens und war mit einigen Brünner Kulturinstitutionen verbunden (mit...

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Vít Slíva

Dichter und Mittelschullehrer. Mit Brünn ist er seit seinem Hochschulstudium verbunden. Mit einer kurzen Unterbrechung lebt er bis heute in der Straße Poděbradova....

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Brno (Brünn)

Orte (in alphabetischer Reihenfolge)

Dichter (in alphabetischer Reihenfolge)

Paul Harlacher

1710  –  1780

Das Lied "Pěkná chvála na vesnici Husovice" (Loblied auf das Dorf Hussowitz) ist Teil der deutsch und lateinisch geschriebenen Handschriftensammlung Cantilenae diversae (Verschiedene Lieder), die wahrscheinlich aus dem Jahr 1745 stammt. Das Schicksal dieser Sammlung hat eine bemerkenswerte Geschichte. Sie entstand im Kloster von Raigern und befand sich ursprünglich in dessen Beständen. Auf ihre Existenz verwies in den 1850er Jahren der junge österreichische Bohemist Julius Feifalik (bekannt als einer der Ersten, welche die Echtheit der Königinhofer und der Grünberger Handschrift anzweifelten). Nach 1945 „verschwand“ die Handschrift aus der Klosterbibliothek und wurde erst in den 1980er Jahren in einem Brünner Antiquariat wiederentdeckt. Mit ihr beschäftigte sich dann systematisch der Musikwissenschaftler Miloš Štědroň, der sie u. a.  editorisch bearbeitete und herausgab. Vor einiger Zeit identifizierte der Musikwissenschaftler Jan Trojan den Benediktinermönch Paul Harlach als denjenigen, der die Handschrift geschrieben und wahrscheinlich auch zusammengestellt hat. Harlach hatte vor seinem Eintritt in das Kloster von Raigern das Jesuitenkolleg in Brünn besucht. Das Spottlied über Hussowitz, das zu jener Zeit unter der Verwaltung der jesuitischen Obrigkeit stand, ist ein seltenes Beispiel für den damaligen studentischen Humor. Das Lied wurde von der Künstlergruppe Gajdoš aufgenommen, für die Miloš Štědroň das Arrangement schrieb.

Der Dichter und die Orte seiner/ihrer Gedichte

Husovice (Hussowitz)


Das Gedicht und der Ort



Das schöne lob des dorfs Hussowitz

Ich könn ein ritter-sitz,
genand daß hussowitz,
ess liegt zugleich an thal und berg,
dass thirlein zirt daß gantze werck,
daß ist daß hussowitz…

Kohm ich zum thor hinein,
und nimbs in augenschein,
die tacher schen so flüchtig auß,
und sticket balt dass gantze hauß,
so zirt daß hussowitz…

Finf Kü und sieben schwein,
soll dass die würtschaft sein,
der schaffer selbst die milch frist,
und sagt die Kü die melcken nichts,
so nitz daß hussowitz…

Gehe ich ein wenig vorauß,
oder gar vors dorff hinauß,
da kommen die weiber nach der rey,
verbrenen den zaum bey ihrer brey,
schelmweiber von hussowitz…

Der dieses gsang hat gemacht,
der hat eß wohl betracht,
daß hussowitz unnitzlich sey,
und nichts eintraget darbey,
n
ichts-wehrtes hussowitz etc.


"Das schöne lob des dorfs Hussowitz", hrsg. Paul Harlacher, in: Cantilenae diversae pro Distractione Animi adhibendae descriptae Anno 1745. Zpěvy rozmanité. Světský zpěvník z poloviny 18. století a jeho místo v kultuře a písňové produkci klasicismu, hrsg. Erika Smith-Froňková, Rosice u Brna: Gloria 2003, s. 99.



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