Ivan Blatný

Dichter, Sohn des Schriftstellers Lev Blatný (1894–1930). Er wurde in Brünn geboren und verbrachte hier den ersten Teil seines Lebens, bevor er 1948 in das Exil...

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František Halas

Der Dichter, Übersetzer und Publizist wurde in Brünn geboren und verbrachte hier auch seine Kindheit und Jugend. In der Brünner Buchhandlung A ging er in die Lehre....

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Oldřich Mikulášek

Dichter und Publizist. In Brünn lebte er von 1937 bis zu seinem Tod, zuletzt wohnte er in der Straße Mášova. Er war mit einigen Brünner Kulturinstitutionen verbunden...

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Jaroslav Seifert

Dichter, Publizist, Erinnerungsautor. Erster und bisher einziger tschechischer Literaturnobelpreisträger. Mit seinen Versen erlangte er bei seinen Lesern anhaltende...

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Jan Skácel

Dichter, Prosaist, Redakteur und Übersetzer. In Brünn verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens und war mit einigen Brünner Kulturinstitutionen verbunden (mit...

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Vít Slíva

Dichter und Mittelschullehrer. Mit Brünn ist er seit seinem Hochschulstudium verbunden. Mit einer kurzen Unterbrechung lebt er bis heute in der Straße Poděbradova....

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Brno (Brünn)

Dichter (in alphabetischer Reihenfolge)

Milan Ohnisko

1965

Dichter sowie Zeitschriften- und Verlagsredakteur. In seinem Geburtsort Brünn verließ er vorzeitig das Gymnasium und im Jahr darauf auch die Mittelschule für Büchereiwesen. Er arbeitete als Bauarbeiter sowie als Lagerarbeiter u. dgl. Zudem war er Unterzeichner der Charta 77. Nach 1989 betrieb er den eigenen Verlag G, der später in Ohnisko umbenannt wurde. Seit der Jahrtausendwende besteht eine fortwährende Zusammenarbeit mit dem Petrov-Verlag (später Verlag Druhé město), wo er als selbständiger Redakteur und als Redakteur der Literaturzeitschrift Tvar tätig war (seit 2012 als deren stellvertretender Chefredakteur). Seine Dichtung begann er im Selbstverlag zu publizieren sowie in den Exilpublikationen Listy. Er debütierte mit der Sammlung Obejmi démona (2001; Umarme den Dämon), worauf einige weitere Sammlungen folgten. Seine Lyrik zeichnet sich durch einen rational-glossenhaften Ton aus, in dem weder Ironie, Sarkasmus noch Selbstironie fehlen. In seinen Versen ist Brünn ständig gegenwärtig.

Der Dichter und die Orte seiner/ihrer Gedichte

Husovice (Husowitz), Tomkovo náměstí (Tomekplatz)


Das Gedicht und der Ort



7. November 2001

I.
Genau auf dem Tomekplatz
schiß eine Alte im Stehen
Steht da ohne Flausen
und macht da den Haufen

Etwas rufen die Jungs ihr zu
die Bullen lassen sie in Ruh
das Bürgertum macht‘s ebenso
ich, ich grüße anständig

II.
Im Radio beim Bäcker
sprach man von der Mutter
die ihre Tochter
dreijährig
mit Zigaretten quälte:
die Ärzte behandelten das Kind
und
gaben es der Mutter zurück

III.
Am Fluss die zwei Romaren dann
schnüffelten an Blechdosen
geschrieben stand TERPENTIN

Das
und auch vieles mehr
passierte
diesen Tag

                                                übertragen von Volker Losseff


Ohnisko, Milan: Vepřo zelo zlo aneb Uršulinovi dnové (Schweinshaxe mit Knödeln und Unkraut oder Die Tage des Ursulins), Brno: Petrov 2003, s. 72-73.



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